Juni 2009 - Johanniskraut – Sonnwendkraut

Die Sommersonnenwende ist kurz vorbei. Hoch im Norden feiern die Menschen noch die Mittsommernachtsfeste. Bei uns loderten die Sonnwend- oder Johannifeuer bereits. Viele Pflanzen haben jetzt ihre höchste Konzentration an Inhaltsstoffen. Besonders in der kalten und dunklen Jahreszeit wirken diese Stoffe wohltuend auf Körper und Seele.

Das Johanniskraut, eines der bekanntesten Mittsommerkräuter, erblüht in den Tagen um die Sommersonnenwende. Vom Johannitag am 24. Juni, soll es seinen Namen haben, da die Pflanze angeblich aus dem Blut des enthaupteten Johannes gewachsen sein soll.

Mit seinen leuchtend gelben Blüten nickt uns das Kraut von Wegrändern, Böschungen und lichtem Gebüsch aus zu. Die kleinen ovalen Blätter des Hartheus, wegen des harten Stängels im getrockneten Zustand so genannt, sind übersät von dunklen Pünktchen, die das rote Öl enthalten, das zu allerlei Liebesorakel in der Volksmythologie diente: "Bist mir gut, gibst mir Blut! Bist mir gram, gibst mir Schlam (=Schleim)!"

Und von Liebe handelt auch die Geschichte, wie das Johanniskraut zu seinen Tüpfeln kam:

"Traurig ging eine hoffnungslos verliebte Frau spazieren. Es begegnete ihr der Teufel in Gestalt  eines Mannes, dem sie ihr  Leid erzählte. Dieser versprach ihr zu helfen, wenn er ihre Seele bekäme. Die Frau bekam ihren Liebsten und war glücklich. Im Jahr darauf traf die Frau jenen Herrn wieder. Nachdem sie von ihrem Glück berichtete, forderte er ihre Seele. Voll Schreck umfasste sie mit ihrer Hand das Kraut  neben ihr. Daraufhin wurde der Teufel wütend, weil er dadurch keine Macht mehr über sie hatte und zerstach die Blätter des Johanniskrauts."

Eingestellt: Juni 2009