September 2012 - Schlehen auf skandinavisch: Gebratene Schlehen!

Ötzi musste wissen was gut war und schmeckte: Schlehenfrüchte. Ötzi trug sie als Proviant bei sich. Schlehen sind jetzt reif! Bereits in der Jungsteinzeit gehörten Schlehen auf den Speiseplan und mit Sicherheit wusste niemand um die belebende, entzündungshemmende sowie Magen und Körper stärkende Wirkung. Sie mundeten einfach und machten müde Geister wieder munter.

Nur schade, dass wir Bayern Schlehen in der Menüvielfalt fast vergessen haben. Was bietet sich da in diesem Herbst an: Ein Blick über den Zaun nach Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland.

Erika Stelzl, Bäuerin und Kräuterpädagogin aus dem Landkreis Straubing-Bogen hat da ein tolles Rezept aus Skandinavien entdeckt: Gebratene Schlehen. Als erste Vorsitzende der Interessengemeinschaft Kräuterpädagogen Niederbayern-Oberpfalz weiß sie, Schlehen schmecken noch fruchtiger und noch pflaumig-süsser, wenn die Früchte Nachtfrost oder Gefriertruhe bekommen haben.

Rezept "Gebratene Schlehen"
1 Handvoll Schlehen pro Person
1 EL Zucker pro Person
Butterflocken

Passende Auflaufform mit Butter ausstreichen. Schlehen in die Form geben, so dass sie den Boden ganz bedecken. Darauf den Zucker streuen und Butterflocken nach Belieben darauf setzen. Im Backofen bei ca. 200 Grad braten bis der Zucker leicht karamellisiert. Die gebratenen Schlehen "natur" oder mit Vanilleeis servieren und genießen.
Guten Appetit!

Gedicht
Noch ein Sommermorgen, nur kühler ins Blau getaucht. Die Luft ringt mit den Herbstboten, Schlehen sind prall und reich an Frucht. Die Äcker atmen auf, befreit von der Last. Wir sind noch jung und fangen doch schon an zu altern.

Aus: "Schreiben in Greiz", Hrsg.: Günther Ullmann, Geest Verlag 2005


Rezept und Text: Erika Stelzl und Hansjörg Hauser - 18. September 2012 Eingestellt: 20. September 2012