Februar 2014 - Natur des Jahres 2014

Liebe Naturfreunde, Kräuterbegeisterte und
Mitglieder unserer Interessengemeinschaft,


wie jedes Jahr aufs Neue werden von verschiedenen Jurys bemerkenswerte Pflanzen und Tiere zu "Akteuren" gekürt. Dabei handelt es sich nicht nur um seltene oder wenig bekannte Arten, sondern auch Wohlbekanntes findet hier seinen Platz. Zurecht – denn wie oft gerät in Vergessenheit, was für vergangene Generationen in verschiedenster Weise von wichtiger Bedeutung war.


Das Maiglöckchen, Symbol der Reinheit und Demut, indes ist keinesfalls zum Verzehr geeignet und Giftpflanze dieses Jahres. Zur Vorsicht sei hier gemahnt, denn selbst der intensive Duft der Blüten kann das Wohlbefinden beeinträchtigen. Vor allem die Blüten aber auch alle anderen Pflanzenteile enthalten herzwirksame Glykoside, die stark giftig wirken.

Einst wurden getrocknete Maiglöckchenblüten dem Schnupftabak beigemischt zur Aromatisierung und zur Steigerung des Niesreizes.

Schon gar nicht sollte man das Maiglöckchen mit dem schmackhaften Bärlauch verwechseln, der mit weiter steigender Tendenz Einzug in die Küche hält.

Schönheit und Gefahr – so nahe kann es beieinander liegen.Vielleicht gerade deshalb war es Inspiration für den Dichter Hoffmann von Fallersleben (1798-1874):

DAS MAIGLÖCKCHEN ...

Maiglöckchen läutet in dem Tal,
Das klingt so hell und fein.
So kommt zum Reigen allemal,
Ihr lieben Blümelein.

Die Blümchen blau und gelb und weiß,
Die kommen all herbei,
Vergissmeinnicht und Ehrenpreis,
Zeitlos und Akelei.

Maiglöckchen spielt zum Tanz im Nu,
Und alle tanzen dann.
Der Mond steht ihnen freundlich zu,
Hat seine Freude dann.

Den Junker Reif verdross das sehr,
Er kommt ins Tal hinein,
Maiglöckchen spielt zum Tanz nicht mehr,
Fort sind die Blümelein.

Doch kaum der Reif das Tal verlässt,
Da rufet wiederum
Maiglöckchen zu dem Frühlingsfest
Und läutet bim, bam, bum.

Nun hält´s auch mich nicht mehr zu Haus,
Maiglöckchen ruft auch mich,
Die Blümchen geh´n zum Tanz hinaus,
Zum Tanze geh auch ich.


Eingestellt: 06. Februar 2014
Text und Fotos: Angela Marmor