April 2019

Grüne Kosmetik – die Haut isst mit

Unter dem Motto „lass nur an Deine Haut, was Du auch essen würdest“ fanden sich im März 2019 zahlreiche Mitglieder unserer Interessengemeinschaft zur Fortbildungsveranstaltung der Unkräuterschule im Tagungshaus St. Gunther der LVHS in Niederalteich ein. Die renommierte Referentin Gabriela Nedoma teilte ihre Philosophie und ihr umfangreiches Wissen über 2 Kurstage mit den Teilnehmerinnen und löste große Begeisterung aus.

 Im theoretischen Teil ging es u.a. um zweifelhafte Inhaltsstoffe in Kosmetika ... Gemeint sind damit nicht nur Makeup und Lippenpflege, sondern alle Produkte, die in die Kategorie Körperpflege fallen. Zwingend sollte man die Produktzusammensetzungen nicht nur von Lebensmitteln sondern auch von allem was mit unserer Haut in Berührung kommt kritisch prüfen. Vor Aluminiumverbindungen, Konservierungsstoffen, Stabilisatoren und weiteren meist chemischen/künstlichen, die Gesundheit beeinträchtigenden Toxinen sollten wir unseren Körper möglichst schützen. Wichtig sei vor allem der Erhalt der hauteigenen Schutzmechanismen und dazu brauche es nur ein paar weniger einfacher Zubereitungen. Die wertvollen Pflanzeninhaltsstoffe können im Idealfall in Kulinarik, Medizin und Kosmetik zusammenwirken.

 Möglichst regional, saisonal und natürlich in Bio-Qualität sollten die Zutaten sein. Unsere Vorfahren haben die Wirksamkeit der Rezepturen über Jahrhunderte erprobt und unter Beweis gestellt. Für eine selbst hergestellte Naturkosmetik, so die Referentin, bedürfe es keiner Tierversuche und auch nicht einer Flut von Verpackungsmaterialien und Einweg-Kunststoffbehältern, die unsere Umwelt längst massiv belasten.

 Wie einfach und obendrein kostengünstig Kosmetik und Körperpflege sein kann, erfuhren die Teilnehmerinnen auf beeindruckende Weise am zweiten Kurstag. Die wertvollen Pflanzenstoffe gelangen über Ölkaltauszug, -abkochung, Tinktur oder auch durch einfaches Zerkleinern mit Mörser oder Mixer in Cremes, Salben, Shampoo, Masken, Pflegelotion oder Deodorant. Aufwändige Materialbeschaffung ist nicht nötig, denn alle Zutaten bekommt man im nächsten Biomarkt, Supermarkt oder Reformhaus. Die Pflanzen findet man in der Natur, manche sogar im Hausgarten. Es wurde geköchelt, gerührt, gesiebt und gefiltert. Vogelmiere, Fichtennadeln, Karotten, Ringelblumenblüten und Vanille wanderten in Lotion und Salbe. Für ein äußerst wirksames Deodorant bedurfte es neben Wasser und Zitronenschalen nur einer dritten Zutat – eigentlich unglaublich. Für ein Shampoo wurde Himbeermus hergestellt und Gewürznelken und Kardamom vervollständigten eine Rezeptur für ein Zahnputzsalz.

Faszinierend waren nicht nur die Ergebnisse der Grünen Kosmetikküche, sondern auch das Wissen und die Vermittlung der fachlich überaus kompetenten Referentin, die ein wandelndes Lexikon zu sein schien.

Bei den Teilnehmerinnen dieser Fortbildung wird die Grüne Kosmetik in Zukunft sicher fester Bestandteil sein. Nicht zuletzt beweist uns die Natur auf eindrucksvolle Weise auch hier einmal mehr, dass es sich lohnt, ihre Geheimisse zu erforschen.

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Aktuelles im März 2019
Text & Fotos: Angela Marmor, Unkräuterschule Vorstandsteam

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