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Mai 2019

Ab sofort in aller Munde: Oxymel - Wildkräutersauerhonig

Pflanzen haben eine Persönlichkeit wie wir Menschen!“, kommu­ni­zierte mit Elan Magister Gerti Pammer aus Linz-Leonding. Die ehem. Biologieprofessorin Hildegard, Wild­kräu­ter­fach­frau und Kräu­terpädagogentrainerin aus Oberösterreich, leitete mit Witz, Bravour und Fachwissen die Früh­jahrs­fort­bildung am 29. April 2019 der In­te­ressen­gemeinschaft Kräuterpädagogen Nie­der­bayern/Oberpfalz in Johannesbrunn bei Landshut.

Seit kurzem erfährt diese Hausmedizin aus Essig, Honig und Wildkräutern eine faszi­nierende Wiederbelebung und gibt Körper und Geist neuen Schwung. Die 22 Mitglieder aus Ostbayern wollten sich das freilich nicht entgehen lassen und waren in Theo­rie und Praxis der Referentin, die auch bei Gabriela Nedoma und Ruth Mandera sowie am Bo­tanischen Institut der Universität Wien gelernt hat, ganz Herz, Ohr und Mund. So gelten Honig und Essig als gute Medizinpferde, d.h. sie besitzen eine ausgezeichnete Extrak­tionskraft, was Oxymel für die Hausapotheke sehr interessant macht. Außerdem ist das Oxymel eine interessante Alternative zur klassischen Tinktur. Es eignet sich als Haus­mittel für Kinder und alkoholabstinente Personen.

Wie fein das schmeckt!“, war mehrmals im Workshop-Teil zu­hören! So kamen Husten­oxymel aus Spitzwegerich, Fichten­wipferl und Thymian zur Verkostung, genauso wie ein ayur­vedisches Rezept aus Ingwer, Kurkuma und Zitrone zum prak­tischen An­setzen. Freilich wurde bereits durchgezogener Sauer­honig aus Gänseblümchen, Löwenzahn- und Apfelblüten im Vorfeld als Anregung, aufge­spritzt mit Wasser, reichlich verkostet.

Bei der bota­nischen Bestimmungs- und Sammelwanderung auf Halbtrockenrasen und nitrophilen Säumen fanden sich nicht nur Wegwarten- und Bitterkrautwurzeln für einen Verdauungs-Oxymel, sondern auch bota­nische Raritäten wie Sonnenröschen, Wiesen­salbei, Frühlingsfingerkraut und das Duftveilchen.

Auch wenn der Nachmittag inhaltlich noch stärker hätte ausgebaut werden können, haben sich die Kräuterpädagogen/-innen der IG Niederbayern/Oberpfalz wieder mal einem neuen Thema gegenüber aufgeschlossen gezeigt. Oxymel ist ausbaubar!


Grundrezept für einen Oxymel aus frischen Wildkräutern

  • Honig und Essig im Verhältnis 2:1 verrühren.
  • Pflanzenmaterial sammeln, reinigen und fein schneiden oder mörsern.
  • Glas zur Hälfte mit den gesammelten Wildkräutern befüllen und mit dem Honig-Essiggemisch übergießen.
  • Schütteln und im Dunkeln extrahieren. Dauer ca. 3-4 Wochen.
  • Für eine sehr rasche Extraktion können die Pflanzen mit einem Prürierstab zerkleinert werden.
  • Das fertige Oxymel durch ein Sieb filtrieren und in Flaschen abfüllen.
  • Aufbewahren im Dunkeln und kurartig genießen.
  • Für eine intensivere Wirkung kann das fertige Oxymel erneut mit frischen Pflanzen angesetzt werden.

Aktuelles im Mai 2019
Text: Hansjörg Hauser nach einer Vorlage Mag. Gerti Pammer
Fotos: Karin Müller und Hansjörg Hauser

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